Der Aufstieg des Frauenlaufs

Der Aufstieg des Frauenlaufs

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Bald findet der berühmte Lauf „La Parisienne“ statt, der jährlich mitten in Paris ausgetragen wird. Das hat uns inspiriert, dem Frauenlaufsport einen eigenen Artikel zu widmen. Entdecken Sie mit uns den Ursprung und die Entwicklung des für Frauen wichtigen Lauf-Events.

Im Laufsport werden Frauen immer einflussreicher. Laut Running USA sind 59 % der Teilnehmer jeglicher Straßenläufe Frauen – Tendenz steigend. Das ist allerdings nicht die einzige Erklärung des Trends. Bereits in den 70er Jahren hat die Anzahl reiner Frauenläufe drastisch zugenommen und signifikant zur Neutralisierung des Ungleichgewichts zwischen den Geschlechtern im Marathonsport beigetragen. Wir verraten die wichtigsten Fakten zur Geschichte der exklusiven Frauenläufe und präsentieren die Vorteile für das weibliche Geschlecht.

Bescheidene Anfänge

1972 organisierten die New York Road Runners den ersten „female only“ Lauf. Das war die Geburtsstunde des Frauenlaufs. Anfänglich wurde das Ganze allerdings eher als Spaß angesehen. Um Zuschauer und Teilnehmer anzulocken, eröffneten beispielsweise

leichtbekleidete Playboy Bunnies den Lauf. Der gewünschte Erfolg blieb aber aus. Das hat sich glücklicherweise bis heute geändert. Die Kehrtwende wurde 1978 durch Gründung des Avon International Running Circuit 1978 ins Leben gerufen. Zur Realisierung des Programms hat sich insbesondere die erste aktive Teilnehmerin des Boston Marathons, Kathrine Switzer, engagiert. Ziel war es Frauen für den Laufsport zu begeistern und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass es höchste Zeit ist, Frauen im Leistungssport Ernst zunehmen. Das Ansehen der Frau im Sport wurde so regelrecht revolutioniert.

Das Avon Programm legte den Grundstein dafür, dass der Frauenmarathon offiziell zu einer olympischen Disziplin wurde. Eine lange Kampagne engagierter weiblicher Aktivisten hat letztlich gefruchtet und das IOK (Internationales Olympisches Komitee) dazu gebracht den reinen Frauenmarathon als Disziplin zu akzeptieren. Drei Jahre später, 1984, schaffte es dann Joan Benoit als erste Marathonfrau mit der olympischen Goldmedaille aufs Siegertreppchen.

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Frauenläufe heute

Nach diesem formgebenden und wichtigen Lauf in den 1980er Jahren haben sich die exklusiven Frauen-Laufevents mittlerweile zu einem beliebten Sportereignis entwickelt. Es gibt heutzutage hunderte ausgezeichnete Frauenwettkämpfe im Laufsport. Da wäre zum Beispiel der Run Like a Girl in Ohio oder der Nike Women’s 10K, der weltweit in 20 verschiedenen Städten ausgetragen wird. Das französische Pendant in der Stadt der Liebe ist wohl der bekannteste und einer der begehrtesten reinen Frauenmarathons. La Parisienne findet jährlich im Herzen von Paris statt und erstreckt sich über eine Strecke von 6,7 km. Rund 40.000 Frauen aus aller Welt nehmen an dem Spektakel teil und sammeln Spendengelder zugunsten der Brustkrebsforschung. Alles in allem erlebt der Frauen-Laufsport gerade ziemlich rosige Zeiten.
Natürlich gibt es auch die berühmte Kehrseite der Medaille. Ganz nach dem Motto „Nobody is perfect“ trifft das auch häufig auf die Organisation der Laufevents zu. Im Hinblick auf die Ausführung und vor allem die Vermarktung vieler Events besteht noch Optimierungsbedarf. Auf Werbematerialien wird häufig ein stereotypisches Frauenbild zusammen mit plumpen Schlagworten abgebildet. Das hat einen latent herablassenden Touch – ein eher kontraproduktives Konzept zum Grundgedanken der Gleichberichtigungsbewegung in den 1980er Jahren. Denn eigentlich war doch die Idee, Frauen zu bestärken und nicht zu entwerten. Halbnackte Männer an der Ziellinie zu positionieren, die den verschwitzten Läuferinnen zur Belohnung Schokolade und Champagner in die Hand drücken machen das Ganze auch nicht besser. Die Seriosität leidet. Zwar argumentieren die Veranstalter der Sinn und Zweck dahinter sei die Zahl der männlichen Besucher gering zu halten. Ob das der Sache dient finden wir dann doch etwas fraglich.

Reine Frauenläufe: Die Vorteile

Physisch gesehen besteht keinerlei Unterschied ob Sie mit einer gemischten oder ausschließlich weiblichen Gruppe an den Start gehen. Der Lauf bleibt der Gleiche und die Anzahl verbrannter Kalorien ändert sich auch nicht. Trotzdem gibt es gute Gründe, warum der Frauenlauf großen Zuspruch innerhalb der weiblichen Weltbevölkerung findet. Erstens entsteht ein Gefühl der Kameradschaft und Bestärkung. Sich Seite an Seite mit anderen Frauen unterschiedlicher Backgrounds wie Größe, Herkunft, Alter und Leistungsfähigkeit einem großen Lauf zu stellen, fühlt sich für viele Teilnehmerinnen großartig an. Natürlich existiert auch ein gewisser Wettbewerbsfaktor. Trotzdem herrscht während des Events eine besondere Stimmung, die einzigartig und nicht nachahmbar ist.

Zweitens empfinden es einige Frauen wesentlich angenehmer und weniger einschüchternd an ausschließlich weiblichen Wettkämpfen teilzunehmen. Besonders Laufanfängerinnen, die sich auf ihren ersten Marathon vorbereiten, fällt die Teilnahme unter Frauen wesentlich leichter. Im Vergleich zu gemischten Marathonläufen bieten exklusive Frauenläufe den weiblichen Marathonneulingen ein sichereres Umfeld. Frauen können so ganz unter sich zu Höchstformen auflaufen, ohne sich dem Wettbewerbsvorteil unseres Testosteron-geladenen Pendants auszusetzen.

Fazit: Der Frauen-Laufsport ist kein neuer Trend, sondern hat eine ereignisreiche Geschichte. Es gibt dutzende Gründe warum reine Frauenläufe nicht an Popularität verloren haben und ungebrochen fester Bestandteil im Marathonsport sind. Also Mädels, worauf wartet Ihr noch? Schließt Euch Eurer regionalen Frauen-Lauftruppe an und los geht’s.

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